Attac United in Pittsburgh
Wie vor zwei Wochen telefonisch über sechs Zeitzonen hinweg verabredet, treffen wir uns Mittwoch vormittags mit allen Attacies in Pittsburgh zwecks Info-Austausch, Aktions-Planung und Kennenlernen. Aus Norwegen, Kanada, Deutschland, Italien und Österreich kommen wir, wir unterhalten uns auf deutsch, französisch, aber hauptsächlich auf englisch mit verschiedenen Akzenten. Im Versammlungssraum unter der Monumental Baptist Church – ihre VerwalterInnen erlauben die Tent City auf ihrem Grundstück, und ermöglichen damit die einzige Zeltstadt der Proteste in Pittsburgh (alle anderen wurden verboten) – treffen sich neben uns noch andere AktivistInnen-Gruppen zu Besprechungen. Die Vorbereitungen für das Mittagessen beginnen schon, wir helfen einen Berg Erbeeren klein zu schneiden. Schnell kommen wir ins Plaudern über unsere Erlebnisse und Bekanntschaften bisher und ins Planen der nächsten Tage.
Hugo und Andrea sind beim Pressezentrum des G20-Gipfels akkreditiert, sie versorgen uns mit den offiziellen Infos, und haben auch morgen und übermorgen (limitierten) Zugang zu den abgeriegelten Teilen der Stadt. Terje, Emilie, Claude, Jutta, Christian und ich halten uns an die zahlreichen Veranstaltungen und Akionen für AktivistInnen und müssen auf der anderen Seite des Zaunes bleiben. Über beiden Seiten wird wohl auch in den nächsten Tagen noch wie heute ein kleines Flugzeug seine Kreise ziehen, ein Banner hinter sich herwehend: „Welcome G20!“. Auch auf allen Bussen blinkt uns, abwechselnd mit ihren Destinationen, „Pittsburgh Welcomes The World“ entgegen. Die G20 – die Welt? Wie Joseph Stiglitz heute schon betonte, eine Gruppierung, in der als einziges subsaharisches afrikanisches Land Südafrika vertreten ist, kann mit Sicherheit nicht als repräsentativ für alle Staaten der Welt gesehen werden.
Bevor wir uns für den Tag trennen, machen wir ein Foto mit unserem Banner, das eine unserer Kernforderungen trägt: „Menschen, nicht Banken retten! Finanzmärkte entwaffnen!“. Wie alle hier, Organisationen wie Individuen, schwarz wie weiß, jung wie alt, aus den USA, Chile, Norwegen, Deutschland so wie aus Österreich, machen wir darauf aufmerksam: Die Wirtschaft soll den Menschen dienen – und nicht umgekehrt.

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