Wir mischen uns ein!
Ein warmer frühherbstlicher Tag, die Sonne scheint, die Busfahrerin lässt alle, die zur Demo wollen, gratis mitfahren, und schon beim Aussteigen aus dem Bus hören wir Sprechchöre – ein idealer Beginn für die größte Demonstration in Pittsburgh seit dem Vietnamkrieg, die heute am frühen Abend friedlich zu Ende ging. Rund zehntausend Menschen sind zur Universität in Oakland gekommen und mit nach Downtown gezogen, in die Nähe des Convention Centers, in dem gleichzeitig die G20 tagten. Sie forderten die StaatschefInnen der G20 mit hunderten selbstgebastelten Schildern und gut vorbereiteten, sehr kreativen Sprechchören auf, von ihrer neoliberalen Agenda abzugehen.
“Money for jobs and education/ not for war and occupation!” und “Healthcare/ not warfare!” ist zu hören, „A Job is a Right“ und „Bail out people – not banks! Disarm financial markets!” ist zu lesen. Unser kleiner, feiner Attac-„Block“ fällt auf, wir verteilen Infomaterial. Viele ZuschauerInnen säumen den Weg und feuern uns an. Missstände werden benannt, Ärger wird Luft gemacht, Veränderung wird eingefordert. Überall wird gefilmt und fotografiert, es wird gesungen, musiziert und getanzt. Ein wirklich bunter Protest, in den sich friedlich auch die Farbe schwarz mischt.
Bei der Abschlusskundgebung kommen nochmals verschiedene Gruppen zu Wort, kurze, prägnante Reden fassen unsere Anklagen, Vorschläge und Forderungen zusammen. Es gibt Musik, der Boden wird bemalt, Menschen tauschen sich aus. Diskussionen entspinnen sich, Horizonte erweitern sich, Ohnmachtsgefühle werden überkommen. Die Vielfalt der Anliegen vereint sich in einer gezogenen Konsequenz: Wir lassen Politik nicht über unsere Köpfe hinweg gehen – wir mischen uns ein!

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