Die Spannung steigt
Der Gipfel beginnt. Die Nervosität steigt, sowohl bei der Polizei als auch bei den DemonstrantInnen.
Vielen sind noch die Proteste gegen die WTO-Konferenz in Seattle in Erinnerung. Diese jähren sich heuer zum zehnten Mal. Damals ist die Polizei nicht gerade zimperlich gegen DemonstrantInnen vorgegangen. George aus Tennessee, der sich selbst als Anarchisten sieht, war damals dabei. Er rät mir, als “legal observer” auf den Demos mit zu gehen, um das Risiko einer willkürlichen Verhaftung zu minimieren. Diese mit bunten Kappen behüteten Menschen verbringen Demos meist damit, potentielle Übergriffe zu dokumentieren und sind, so wurde mir versichert, “selten selbst Opfer polizeilicher Willkür”.
Auf dem Weg zu einer Kundgebung in Downtown, wo der offizielle Gipfel stattfinden wird, ist auch die Nervosität bei der Polizei deutlich zu spüren. Hecktisch werden die letzten Zäune errichtet, mit Betonblöcken verstärkt und mit Stacheldraht gesäumt. Schließlich sollen heute Nacht schon die ersten hoch-offiziellen Gäste ankommen. Helikopter und Streifenwagen patrouillieren, ganze Kompanien von Polizisten (und nur vereinzelt Polizistinnen) marschieren in militärischem Schritt auf und ab.
Nach Einbruch der Dunkelheit ist es dann soweit. Die Straßen in Downtown lichten sich, der Verkehr versiegt. Auch der Bus, auf den ich warte, kommt nicht mehr. Meine KollegInnen an der Bushaltestelle schimpfen auf die G20 und mir wird schnell klar, dass Pittsburgh Downtown dicht gemacht wurde.

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