Kopenhagen Tag 2 : REDD, Brasilien und Agrotreibstoffe, Prätentionen der Weltbank
Das Klima auf der Konferenz wird immer drückender je deutlicher wird, dass die aktuellen Vorschläge, insbesondere in Sachen Finanzierung, Anerkennung der ökologischen Schulden und Technologie-Transfers, bei weitem nicht zureichend sind und an Zynismus grenzen, während sich der grüne Kapitalismus in der Eingangshalle zur Schau stellt.
Zum Beispiel heute morgen, unweit der HSBC (Nachhaltigkeitsinvestment) .. die World Nuclear Association, vor Ort um die Aufnahme der Atomenergie in die Reihe der sauberen Energien voranzutreiben und ihr damit Zutritt zu den Mechanismen für eine saubere Entwicklung zu verschaffen.
Drei Punkte für dieses Papier: das Programm REDD, Brasilien und die Agrotreibstoffe und die Prätentionen der Weltbank.
Vollkonferenz am 8. Dezember.
Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA)
Schwerpunkt der Konferenz war die Diskussion von REDD und REDD+ (siehe attac-Bericht: Das Klima in der Mangel des Marktes). Der Abschluss einer Vereinbarung hierzu wird von allen Ländern gemeinsam gefordert. Sicherlich wird also eine Vereinbarung zustande kommen.
Welchen Inhalts? Sierra Leone sowie mehrere andere Staaten verweist auf den Widerspruch der darin besteht, dass Länder mit einer sehr schlechten Abholzungs-Bilanz für ihre „Anstrengungen“ belohnt würden, während tugendhaftere Staaten mit weniger gravierender Abholzung nicht von der REDD-Finanzierung profitierten. Die in den Wäldern lebenden Völker betreiben seit langer Zeit eine „nachhaltige Forstwirtschaft“. Ein Vertreter des Forums der indigenen Völker bestand auf dem Recht der Gemeinschaften auf den Rohstoff und auf die Anerkennung ihrer historischen Rolle beim Schutz des Waldes und dem Kampf gegen seine illegale Ausbeutung.
Das in Bali initiierte Programm REDD sollte die „nachhaltige Forstwirtschaft“ vorantreiben um durch den Schutz der Urwälder die Schadstoffemissionen auszugleichen. Er war auf den Schutz und den Erhalt der Urwälder ausgerichtet. Auf Initiative der nördlichen Länder und insbesondere der Europäischen Gemeinschaft, wurde dieses Programm, im Juni 2009 in Bonn, mehr auf die „nachhaltige Nutzung des Waldes“ ausgerichtet. Bei Abholzung und REDD findet man dieselben Widersprüche und Begehrlichkeiten wie bei den fossilen Energieträgern.
Für letztere gilt die Alternative sie entweder unter der Erde zu lassen und den Weg in Richtung umweltverträglicher Modelle einzuschlagen oder aber sie “nachhaltig“ zu nutzen und weiterhin business as usual zu betreiben. Die indigenen Völker kämpfen gegen eine Berufung auf das SFM in einer möglichen Vereinbarung zum REDD.
Angesichts der schwachen Vorschläge zu einer öffentlichen Finanzierung und der erheblichen Widerstände in dieser Frage ist denkbar, dass zur Finanzierung des Programms im Wesentlichen auf den Emissionshandel zurückgegriffen wird, auf den Mechanismus für eine saubere Entwicklung oder einen anderen Mechanismus.
Eine Erklärung eines Sekretärs des GIEC: Der nächste Bericht wird 2013 veröffentlicht. Er wird stärker auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen des Klimawandels ausgerichtet sein, mehr regionale Analysen und eine Bilanz der Strategien der Anpassung und des Ausgleichs beinhalten.
Von der brasilianischen Regierung organisiertes Treffen
Die Agrotreibstoffe, ein Weg zum Ausgleich der Schadstoffemissionen und zur Entwicklung der Entwicklungsländer
Vorsitz: Energie-Minister, Abteilung für erneuerbare Energien, Jose Miguez, Leiter der interministriellen Kommission zum Klimawandel, Brazilian Sugarcane Industry Association (UNICA).
Treffen auf hohem technischen Niveau, mit Tabellen und Zahlen, die die Entwicklung der Agrotreibstoffe rechtfertigen. Anzunehmen, die Agrotreibstoffe seinen eine Ursache der Ernährungskrise oder des Preisanstiegs oder gar der Abholzung ist eine „subjektive Haltung“ hat ein Vertreter des Energie-Ministeriums erklärt, gestützt auf Zahlen! Die Kulturen werden dem Minister zufolge im Wesentlichen auf verödetem oder verödendem Boden genehmigt. Diese Variante des Agrotreibstoff-Anbaus produziert in der Tat am wenigsten CO2.
Über hundert Projekte werden zur Zeit über den Mechanismus für eine saubere Entwicklung finanziert oder sind für die Finanzierung durch diesen Mechanismus vorgesehen.
64 Millionen Hektar werden möglicherweise für den Agrotreibstoff-Anbau zur Verfügung gestellt, während aktuell auf nur etwa 20 Millionen Hektar Zuckerrohr angebaut wird. Geplant ist also die Ausweitung dieser Kulturen für den Export in die EU und die USA, die den Anteil der erneuerbaren Energien an ihrem Gesamt-Energieverbrauch erhöhen werden müssen.
Das Argument, das besagt diese Ernergieart entspräche nicht nur den Erfordernissen des Klimaschutzes sondern ermögliche auch die Ernergieversorgungs-Souveränität und Autonomie der Basisgemeinschaften, ist längst überholt, seit die Agro-Industrie mit ihrer Strategie der Intensivkultur und des Exports sich diese Technologie unter den Nagel gerissen hat.
Die Weltbank und die Finanzierung des Klimawandels
Während einer Pressekonferenz im Bella Center bittet Martina Bossi (Expertin für Nachhaltigkeitsinvestitionen) von der Weltbank die Unterhändler der COP 15 die Ausweitung der Nachhaltigkeitsinvestitionen zu gewährleisten, während sie gleichzeitig die Kompetenz hervorhebt, die die Weltbank in den zehn Jahren seit der Einrichtung des Nachhaltigkeitsfonds erworben hat, ein Fonds der zwischen 2002 und 2008 von 0 auf 7 Milliarden Dollars angewachsen ist. Sie hoffe, der COP 15 in Kopenhagen sei ein turning point, infolge dessen die Nachfrage nach Nachhaltigkeits-Krediten anwachse.
Eine Rede die durch Klarheit besticht. Und die uns zwingt zu sagen, daß die Weltbank auch eine lange Erfahrung der Finanzierung von ökologisch unhaltbaren und sozial ungerechten Projekten vorweisen kann und dass die Länder des Südens ebenfalls eine lange Erfahrung mit den Praktiken der Bank haben. Aus diesem Grund fordern sie, mit Unterstützung der sozialen Bewegungen, dass öffentliche Gelder mobilisiert und im Rahmen des UNO-Fonds verwaltet werden, auf die sie Zugriff haben auf Grundlage von Projekten, die es ermöglichen die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen und Aktivitäten alternativ zum industriellen und landwirtschaftlichen Produktivismus aufzunehmen.

Kommentar hinzufügen