March for Jobs - kunterbunt und multinational
Den ganzen Vormittag über kamen Busse und Einzelreisende an der Zeltstadt an. Gegen 13.00 Uhr begann eine Auftaktkundgebung, die zu einem großen Teil auch eine Übungs-Kundgebung für die Slogans war, die später unterwegs immer wieder rhythmisch und vielstimmig durch die Straßen schallen sollten.
Das Bail-out-people-movement ist ein Projekt, das erst Ende 2008 entstand als Reaktion auf die Milliarden-Rettungspakete für die US-amerikanischen Banken. Eine Konferenz in New York bildete den Auftakt und zog bereits Menschen aus vielen Bundesstaaten an. "Hundreds of activists" gibt es heute und ein recht großes Büro in New York sowie ein kleines für die Gipfelprotestvorbereitungen in Pittsburgh.
Die OrganisatorInnen und viele RednerInnen betonen besonders, dass mit dem "March for Jobs" eine ganz besondere Menschenmischung gelungen sei. Es gebe in den USA meist entweder eindeutig von Weißen oder von Schwarzen dominierte Demonstraionen. Dieser "March" hingegen ist komplett bunt. Er führt durch den "Hill District", in dem eine extrem hohe Arbeitslosigkeit herrscht und vor allem AfroamerikanerInnen leben. 40 bis 50% der Menschen haben keine Arbeit, von der sie leben können. Die Zahlen der Regierung sind dabei immer ein ganzes Stück niedriger, weil - so erzählen es die Pittsburgher - viele Menschen sich durchwursteln oder ganz aufgegeben haben und gar nicht erst um staatliche Unterstützung nachsuchen.
Bevor es losgeht, wird das Fronttransparent gespannt. Die Slogans sitzen - auf geht's in Richtung "Downtown".
Jobs, bezahlbare Wohnungen, ein Gesundheitswesen, das niemanden ausschließt... - die Liste der Forderungen ist lang. Die Wut groß - und die Schilder auch.
Die Energie der Aktivistin reicht bis zur Abschlusskundgebung. Sie verstärkt die gemeinsamen Slogans mit ihrem kleinen Megaphon und singt dazwischen kämpferische Lieder. Am meisten gerufen werden heute wohl: "Power to the people!", "we got the right to a job!" und "Whose is the city? Ours!" sowie "Black and white - unite and fight!"
Eine der Powerfrauen aus der Organisation, Sharon, eröffnet die Abschlusskundgebung: "Unsere Bewegung steht ganz am Anfang, sie ist noch ein Embryo, aber gemeinsam können wir sie stark machen!" Es folgen Redebeiträge über die Zukunft der Menschen im Hill District, über Perspektiven für Bildung für alle, die Abschaffung der Todesstrafe, die Forderungen der Überlebenden des Hurrikans Kathrina, gegen den Krieg - und gegen die G20, von deren Gipfeltreffen in Pittsburgh sich niemand etwas verspricht.

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