"Sicherheit" macht gar nicht frei
Der Gipfel rückt immer näher. Downtown in Pittsburgh sind an vielen Straßenrändern dicke Bündel mit Metall-Elementen zu sehen. An einigen Straßenecken steht er schon, der Zaun, der die Menschen so weit wie möglich von den Politik-Gästen fern halten soll.
Noch hat der Sicherheits-Zaun Lücken und FußgängerInnen können hindurch. Am Mittwoch wird er geschlossen werden. Eine gewisse Beklemmung verbreitet er aber schon jetzt.
Ich habe mich heute morgen einer Gruppe von Camp-Aktiven angeschlossen. Zu dreizehnt sind wir in einem Van nach "downtown" gefahren, zu einer spontanen Kundgebung mit dem Motto "Speak out - against Police Intimidation". Es sind vielleicht vier Dutzend Menschen, die hier zusammen kommen. Die lokalen Medien sind aber auch mit von der Partie.
Die lokale Zeitung, die im Camp von Hand zu Hand ging, hat den Polizei-Aktionen des gestrigen Tages einen halbseitigen Artikel gewidmet. Vor allem die stundenlange Durchsuchung eines Küchen-Busses von Gipfel-KritikerInnen erregt die Gemüter. Ohne Durchsuchungsbefehl wurde der Bus angehalten und jeder Topf geöffnet, jede Zutat durchforstet.
Viele Aktive im Camp machen sich große Sorgen. Sie rechnen mit mit Polizeiübergriffen am Donnerstag und Freitag. Obwohl ein "legal Team" mit leuchtend orangenen Baseball-Mützen überall unterwegs ist, die DemonstrantInnen berät und die Polizei beobachtet, befürchten viele kleine Aktionsgruppen, die in dieser Stadt agieren, Gewalt. Die Polizei habe sich schon in der Vergangenheit nicht zimperlich gezeigt, berichten Aktivisten. Oftmals seien Provokationen von der Polizei ausgegangen.
Das Einparken dieser Motorrad-Staffel der Polizei wäre eigentlich eines Videos würdig gewesen. Jedes Motorad wendete scharf und wurde dann mit einigen Laufschritten seines Lenkers rückwärts bis an den Bordstein gerollt. Ich habe die Kamera aber zu spät gezückt.
Mich Ausländerin erinnern die Polizeiauftritte immer ein bisschen an den Jahrmarkt zu Hause. Denn alle Polizeifahrzeuge blinken hektisch rot und blau. Meinen Camp-MitbewohnerInnen ist allerdings nicht zum Lachen zu Mute, wenn es um uns herum zu blinken beginnt.

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