Bankenrettung heißt in Pittsburgh Mellon-Bail-Out
Am Dienstag nachmittag zog eine kleine Demonstration für das Recht auf bezahlbaren Wohnraum vom Hill District hinunter. Meine Füße treten hier mehr Asphalt als in den letzten Monaten zusammen. Schon wieder runter nach "Downtown"!
Ziel des Protestes: der unübersehbare Bankenturm der Mellon Bank. Schon 1813 gründete Thomas Mellon diese Bank, die Familie machte Millionen mit Kohle und Stahl und heute stößt man auf Schritt und Tritt auf ihren Namen: In der Mellon Arena wird Eishockey gespielt, in der Cargenie Mellon University studiert. Die Bank wurde im Rahmen der Finanzkrise mit 3 Milliarden US-Dollar gerettet.
Die Liste der Vorwürfe gegen die Bank ist lang. Schon als Kohlen-Barone zeigten die Mellons wenig Rücksicht auf die Rechte ihrer Beschäftigten. Da der Mellonturm die meisten anderen Gebäude in der City überragt, ist der Marsch dorthin ein naheliegender Beitrag zu den G20-Protesten.
Am Fuß der Bank sprechen einige Aktivisten und Obdachlose. Um sie herum marschieren die DemonstrantInnen mit ihren Schildern, bis die Socken qualmen. Der Kontrast ist scharf: Ein junger Obdachloser aus Detroit erzählt von seinem Leben ohne festem Dach über dem Kopf. Er berichtet von einer Frau, die den Verlust ihres Hauses nur wenige Tage überlebte. In Anzügen und mit Aktentaschen unterm Arm eilen Beschäftige in die Bank. Polizisten beziehen Stellung in der Nähe des Eingangs, greifen aber nicht ein.
[Diese Fotos stellt mir Andre Martin aus Detroit zur Verfügung. Meine waren zwar auch schön geworden, sind aber einer Panne beim Herunterladen auf den Computer zum Opfer gefallen. Thank you, Andre!]

Es ist ein wichtiges Kampf,
Es ist ein wichtiges Kampf, danke für dieses Artikel
Mit freundlichen Grüssen,
Reinfried Müller
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