Reisevorbereitungen
So langsam wächst der "Mitzunehmen-Berg" neben meinem Schreibtisch. Der neue Reisepass liegt neben der ESTA-Einreisegenehmigung, Dollars sind eingetauscht, der Code für das Flugticket, Laptop, Zelt, Isomatte, Schlafsack, die US-SIM Karte müssen mit. Das us-taugliche Handy war schon mit einem Kollegen auf Reisen und ist per Post unterwegs zu mir.
Am 24. und 25. September kommen in Pittsburg im US Bundesstaat Pennsylvania die Regierungsvertreter der G20 zusammen. Sie verstehen es, vollmundig zu erklären, dass sie nach Auswegen aus der Weltwirtschaftskrise suchen. Tatsächlich haben sie in den vergangenen Monaten aus ihren Vereinbarungen vom letzten Gipfel in London vor allem leere Versprechungen gemacht. Weder Ratingagenturen noch Hedgefonds haben wirksame Beschränkungen erlebt, die Banken zocken wieder fleißig im globalen Casino, während sich die große Debatte um die Manager-Boni vor allem als Ablenkungsmanöver entpuppte.
In Pittsburgh wird es Proteste geben. Schon bevor das offizielle Gipfelprogramm beginnt. Ich werde mein Zelt am 19. mitten in Pittsburghs afro-amerikanischen Viertel aufschlagen, in der "Zeltstadt" des "bail out people movements". "Bail out", so fassten die Amerikaner ihre milliardenschweren Rettungspakete für die angeschlagenen Banken zusammen. "Bail out people" fordert ein, die Menschen zu schützen und gegebenenfalls "heraus zu kaufen", anstatt sich nur um die Profiteure der Krise zu kümmern. In der Zeltstadt werden Menschen aus vielen Ländern zusammen kommen, viele von ihnen von der Krise persönlich hart betroffen, weil sie Job, Haus oder eine einigermaßen stabile Zukunftsperspektive verloren haben. Am 20. September beginnen die Protestaktionen mit dem "March for Jobs" quer durch Pittsburgh.
Jutta

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