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Pittsburgh, here we come!

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Mit der Eisenbahn nach Westen geht's nun auch für Agnes (die neben mir gerade auch ihren ersten Blogeintrag schreibt) und mich endlich auf nach Pittsburgh. Den "Big Apple" hinter uns, raus auf's Land, sozusagen.

Neun Stunden im Zug für etwa 500 Kilometer ist zwar etwas übertrieben, hat aber auch was Gutes: man hat ausreichend Gelegenheit die offiziellen Stellungnahmen der G20 zu den angekündigten Finanzmarktreformen zu studieren. Schließlich wird die zukünftige Finanzarchitektur wohl auch Thema am Gipfel sein, vorausgesetzt die Diskussion über die Managergehälter lässt dafür noch Raum.

Wer solche Stellungnahmen kennt, weiß, hier sind LiteratInnen am Werk: "The challenges posed by the crisis have highlighted the need to improve our multilateral cooperation in order to further promote global financial stability, foster sustainable development and lift the lives of the poorest from poverty." lautet mein Lieblingssatz aus einem Schreiben aus Washington an den Rest der Welt.

Samstag - über den Wolken

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Nun sitze ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Flugzeug. Mit jedem Kilometer pustet es Treibhausgase in die Luft und verhagelt meine persönliche Ökobilanz. Ich habe mich trotzdem zu der Reise entschlossen, weil ich hoffe, Motivation und Ideen tanken und einen kleinen Beitrag zur Sichtbarkeit dringend notwendiger Proteste leisten zu können.

Trotz meiner Abneigung gegen Flugzeuge lasse ich mich von dem Blick durch das kleine Bullauge verzaubern. So viel Licht hier oben, so weit unten die Wolken und noch tiefer klitzekleine Städte oder endloses Meer....

Meine Laptopuhr stelle ich jetzt zurück: Ich sollte mich schon mal daran gewöhnen, dass es vor mir nicht 18.00 Uhr ist, sondern erst 12.00 Uhr. Es wird noch lange Tag sein um mich herum.

Pinsel schwingen statt Ankündigungen glauben

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Das Polit-Theater des G20 beginnt: mit vollmundigen Ankündigungen zeigen die Regierungsvertreter in Europa ihre "Entschlossenheit". Der französische Ministerpräsident will vorzeitig wieder abreisen, wenn das Thema Manager-Boni nicht in seinem Sinne vorankommt. Das mit dem Timing muss er dann gut hinbekommen, denn der Gipfel dauert sowieso nur zwei Tage. Dafür ist seit heute klar: G20 wird weiter gehen, in Südkorea werden sie nach Pittsburgh dann zum vierten Mal zusammen kommen.

Heroisch und gebetsmühlenhaft sprechen unsere Regierungsvertreter von ihren Forderungen an ihren 20-er Club. Immer dreht es sich um Manager-Boni. Als ob die eine entscheidende Rolle bei der Krisenverhinderung oder -lösung spielen würden. So lange es Banken erlaubt wird, mit minimalem Eigenkapital hochriskante Finanzprodukte zu jonglieren, werden alle AktionärInnen dankend und eilig ihre Ausschüttungen kassieren und ihre Manager mit heiklen Anreizen zu noch mehr kurzfristigem Risikospiel auffordern.