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Pinsel schwingen statt Ankündigungen glauben
Das Polit-Theater des G20 beginnt: mit vollmundigen Ankündigungen zeigen die Regierungsvertreter in Europa ihre "Entschlossenheit". Der französische Ministerpräsident will vorzeitig wieder abreisen, wenn das Thema Manager-Boni nicht in seinem Sinne vorankommt. Das mit dem Timing muss er dann gut hinbekommen, denn der Gipfel dauert sowieso nur zwei Tage. Dafür ist seit heute klar: G20 wird weiter gehen, in Südkorea werden sie nach Pittsburgh dann zum vierten Mal zusammen kommen.
Heroisch und gebetsmühlenhaft sprechen unsere Regierungsvertreter von ihren Forderungen an ihren 20-er Club. Immer dreht es sich um Manager-Boni. Als ob die eine entscheidende Rolle bei der Krisenverhinderung oder -lösung spielen würden. So lange es Banken erlaubt wird, mit minimalem Eigenkapital hochriskante Finanzprodukte zu jonglieren, werden alle AktionärInnen dankend und eilig ihre Ausschüttungen kassieren und ihre Manager mit heiklen Anreizen zu noch mehr kurzfristigem Risikospiel auffordern.
Ich bin gespannt, wie sichtbar der Protest werden kann. Und was unser Beitrag dazu sein wird. Am Samstag vormittag geht mein Flug ab Frankfurt. Ich fange schonmal an, das mit der Zeitumstellung zu üben. Die erste Verabredung für ein Radiointerview steht. Es soll in Deutschland um 6.00 Uhr morgens aufgezeichnet werden, wofür ich in Pittsburgh bis Mitternacht aufbleiben muss. Hoffentlich lässt's der Jetlag zu!
Zuvor wird die Reisevorbereitung aber nochmal praktisch. Wir wollen ein Banner dabei haben, mit dem wir unsere Forderungen auf den Punkt und mit Pittsburgher Protest-Kulisse auf die Homepage bringen können. "Bail Out People - Not Banks! Disarm Financial Markets!" ist nach einigen Mails und Telefonaten der Spruch der Wahl. Am Computer layoutet, auf eine Folie kopiert, mittels Overheadprojektor an die Wand bzw. auf den Stoff geworfen und nachgezeichnet steht jetzt das akurate Ausmalen auf dem Programm.
