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Bewegungs-Fundstück: Das Bienenkorb-Kollektiv

Ich habe mich auch deshalb sehr auf die Reise in die USA gefreut, weil ich immer sehr neugierig bin, welche Bewegungsprojekte es anderswo gibt. Womit sie Menschen erreichen, welchen Herausforderungen sie gegenüber stehen. Und natürlich auch, welche Ideen vielleicht für unsere Arbeit zu übersetzen sind.

Am Mittwoch abend treffe ich am Rande der Energie-Jobs-Kundgebung eine Gruppe, die mich fasziniert: Das "bee hive collective", ein Team von wechselnd zehn bis fünfzig Menschen, das mit bildender Kunst politische Bildungsarbeit betreiben. Auf Riesenpostern stellen die "Bienen" politische Zusammenhänge und historische Entwicklungen dar. Alle Akteure auf den Bildern sind Insekten und Kleintiere. Die größten Poster sind auf Stoff gedruckt und begehbar.

Die Kollektivistin aus dem "Bienenkorb" erzählt die Geschichte des riesigen Posters zum "Plan Columbia" mit Händen und Füßen und springt dafür mitten auf das Kunstwerk. Das Bild erzählt, von oben nach unten betrachtet die lange Geschichte der Kolonisation Columbiens, den Kampf um Ressourcen, die Großkonzerne, die die Lebensgrundlagen der Menschen (hier auch: Ameisen) zu Geld machen wollen, ohne sich um die Folgen zu scheren. Den Widerstand stellen Blattschneider-Ameisen dar, denen es an etlichen Stellen gelingt, etwas Raum zu schaffen für ihre selbst gewählte Lebensweise, für andere Kreaturen, die schon zurück gedrängt waren.

Das Bee hive Kollektiv malte über ein Jahr an dem Bild. Zuvor aber reisten sie durch Kolumbien. "Jede einzelne Darstellung auf dem Poster haben wir uns von Menschen erzählen lassen. Wir haben nichts dazu erfunden. Das ist alles wirklich passiert."

Das Kollektiv reist mit seinen Bildern an Schulen und malt und diskutiert mit Jugendlichen über Globalisierungskritik, über Imperialismus, Klima und vieles mehr. In gedruckter Form sind die Poster ein Stück kleiner, aber immer noch hervorragend geeignet, im Gespräch mit "Augentieren" politische Zusammenhänge zu erforschen.

 

Hier sind die KünstlerInnen mal vom Tiere-Zeichnen abgerückt. Die Spirale aus Autos und LKW gelingt aber auch höchst eindrucksvoll. Mehr über die Gruppe ist auf deren Internetseite zu erfahren: http://www.beehivecollective.org/

Das Kollektiv sucht ständig Menschen, die auf Zeit mitwirken wollen. Zeichnend, erklärend, Interviews führend usw.

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