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Abschied

Schon bevor die große Demonstration beginnt, beginnt in der Zeltstadt ein reger Abbau-Betriieb. Das Wetter ist freundlich, Zelt für Zelt wird abgebrochen, viele HelferInnen packen mit an, um die großen Gruppenzelte in viele Einzelteile zu zerlegen und zu verladen.

Nach der Kundgebung in der Innenstadt laufe ich ein letztes Mal den Berg hinauf zur Monumental Baptist Church. Ich bleibe auf dem Weg durch das Viertel einige Male stehen, weil mich Leute ansprechen und fragen, wie die Demo war. Sie amüsieren sich über meinen Akzent und wollen mehr wissen, über Deutschland, über meine politischen Forderungen, über Attac. Viele rufen mir auch einfach zu: "Danke, dass Ihr für uns demonstriert!"

Ich werde den "Hill district" in sehr guter Erinnerung behalten, auch wenn der Taxifahrer, der vier Attacies gestern am anderen Ende der Stadt einsammelte und zu ihren verschiedenen Übernachtungsplätzen fuhr, fast erschrocken auf unsere Hinweise reagierte, wie die tent city zu erreichen sei: "Sie kennen diese Nachbarschaft zu gut! Das ist kein guter Ort!" Vielleicht hätte er hier sein sollen für ein paar Nachhilfe-Stunden. Die Nachbarn rund um unsere Zeltstadt auf Zeit haben regen Anteil genommen am Geschehn. Sie haben das Camp mit Lebensmittel-Spenden versorgt und unsere Camp-Kinder mit Geschenken überschüttet. Viele haben gerne auf die streitbare Vergangenheit des Districts hingewiesen, in dem Arbeiter viele Male erfolgreich ihre Rechte verteidigt haben.

Als ich am Camp ankomme, nach etlichen Kilometern Fußmarsch, ist keine Pause angeagt. Über zwei Stunden schleppen wir noch letzte Dinge in die Gemeinderäume der Kirche, in die Autos gen New York und zum überquellenden Abfallcontainer.

Kurz vor 19.00 Uhr nimmt mich ein New Yorker mit seinem Auto mit zum "big apple". Er ist seit der Zeit des Vietnamkrieges in der Arbeiterbewegung aktiv und die sechseinhalb Stunden Fahrt in die Mega-Stadt vergehen wie im Fluge mit Bewegungs-Geschichten von dies- und jenseits des großen Teiches.

Ich werde in den nächsten Tagen ein bisschen mehr über politische Projekte in New York lernen, bevor ich nach Pittsburgh und von dort aus nach Hause zurück reisen werde.

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