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Donnerstag: Demoende mit Tränengas

Für den Donnerstag Nachmittag hat das „G20-Resistance-Project“ zu einer Demonstration eingeladen. Auf jedem Poster und Flyer steht dabei, dass diese Aktion nicht genehmigt ist. Dennoch macht sich eine muntere Gruppe aus dem „Bail-out-people-Camp“ auf den Weg dorthin. Es sind einige Kilometer Asphalt bis zum Ziel, dem kleinen Park an der 40. Straße oberhalb des inzwischen abgeriegelten Downtown-Bezirks. Wir marschieren eine Stunde zügig voran, immer wieder erschallt von hinten der Ruf, dass alle auf dem Fußweg bleiben mögen.

 

Im Park wird es ganz schön voll. Schwarze Textilien überwiegen, bunt gekleidete Leute bilden die Ausnahme. Recht unterschiedlich haben sich die DemonstrantInnen vorbereitet. Während bei den einen das schwarze Tuch griffbereit um den Hals liegt, tragen andere Blasinstrumente und Trommeln mit sich und bilden eine lustige Kapelle, die abwechselnd „we shall overcome“ und „Bella ciao“ spielt.

Die Demo setzt sich in Bewegung. Der Attac-Kleinst-Block muss ausfallen, weil meine KollegInnen mit dem Bus nicht so schnell voran gekommen sind, wie gehofft. Ich habe trotzdem eine „Bezugsgruppe“, denn die Camp-Aktiven sind nun wieder generationenübergreifend beieinander. Die Zu-Fuß-geh-AnarchistInnen und die Auto-fahr-GewerkschafterInnen.

Etwas eineinhalb Kilometer zieht der Demozug mit vielleicht zweitausend Menschen durch die Straßen. Ohne, dass etwas vorgefallen wäre, schallt dann aus einem Polizeiwagen die Aufforderung, die Demo aufzulösen. Andernfalls werde Gewalt angewendet. Ein bisschen löst sich der Demozug auf. Durch mehrere Nebenstraßen ziehen Kleindemos und vereinigen sich dann wieder. Über uns brummen Polizeihubschrauber. Dieses Mal sprüht die Polizei Tränengas. An uns vorbei rollen schwarz Vermummte einen Müllcontainer mit lauten Rufen auf die Polizeiwagen zu. Meine Gruppe zieht sich gemeinsam zurück. Ein mir fremder Aktivist reicht mir sein schwarzes Tuch, als er sieht, wie ich durch mein T-shirt atme. Er fischt ein übergroßes Taschentuch für sich aus der Jacke und wir eilen weiter. Zwei Häuserblocks später kann ich das Tuch zurück geben, die Luft ist hier ziemlich rein. Viele Leute murmeln: „Und das ist jetzt Obamas Polizei!“

 

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